Projekt Ostwand Willkommen bei der Kirchengemeinde Nordwohlde

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Ostwand

Die Ostwand
Aktuelles aus der Werkstatt

Das Projekt Ostwand sieht vor, eine Steinskulptur an der Ostwand der Nordwohlder Kirche anzubringen, die den auferstandenen Christus darstellt. Nachdem die Bildhauerin Karin Rosenbaum dem Kirchenvorstand ein kleines Tonmodell vorgestellt hatte...

...wurde sie beauftragt, das Projekt durchzuführen. Eine Fotomontage verdeutlicht, wie die spätere Steinskulptur an der Ostwand (Altarwand) in etwa aussehen wird:

Sie soll Am Ostersonntag 2014 eingeweiht werden.

Die Baumeister früherer Jahrhunderte achteten beim Bau einer Kirche auf ein besonders wichtiges Detail: Der Altar sollte nach Osten hin ausgerichtet sein. Warum nach Osten? Und warum nicht nach Süden, oder Norden – oder auch Westen? Das hatte einen ganz bestimmten Grund, und dieser Grund hatte mit ihrem Glauben zu tun. Im Osten geht die Sonne auf, im Westen geht sie unter. So sollte der Eingang stets nach Westen ausgerichtet sein und der Gang in der Kirche zum Altar hin in Richtung Sonnenaufgang angelegt sein. Es waren keine technischen Gründe, wie die rechte Beleuchtung, oder das Licht, das in der Gotik eine so große Rolle spielte, sondern der Sonnenaufgang hatte eine ganz andere Bedeutung: Auferstehung.

Im Westen dagegen wurde meistens ein hoher Turm oder eine hochgezogene Mauer erbaut, um das Böse, Leid und Unglück, abzuwehren.

Dieser mittelalterliche Gedanke spielt eine wesentliche Rolle heute bei der Skulptur an der Ostwand der Nordwohlder Kirche. Die Skulptur stellt den Auferstandenen, den Christus dar, der die Arme ausbreitet und die Menschen, die die Kirche betreten, willkommen heißt. So, als stünde über der Figur das Jesuswort: Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch neue Kraft geben.

Den Altarbereich einer Kirche wieder als einen heiligen Ort zu begreifen, an dem Heilung, Vergebung und Gemeinschaft im Abendmahl erfahren werden kann, das ist das Grundmotiv für diese Skulptur.

Sie soll aus 7 Teilen bestehen und aus Seifenstein gehauen werden. Die Skulptur wird 135cm hoch und 95cm breit sein. Hinter ihr strahlt in goldenem Glanz ein Reifen. Er ist Symbol für die aufgehende Sonne, für die Auferstehung, für den Kreis, der sich schließt.

Ist der Gekreuzigte noch im westlichen Eingang zu sehen...

...und erinnert er mit seinem Leid daran, dass er uns auch im Hier und Jetzt nahe ist, so enden doch an dieser Stelle alle Zwänge und Spiralen der Gewalt, der Angst und des Leidens. Tod und Böses sind überwunden. Auferstehung, Heilung und Neuanfang werden möglich.

Der Kirchenvorsteher Hans-Ulrich Lenk begleitet die Entstehung dieses Projektes im Atelier seit dem 18. Oktober 2013 mit seiner Kamera. Doch der Anfang ereignete sich bereits ein paar Wochen früher, am 23. September mit einer Fahrt nach Eitorf bei Bonn (Fotos von Ursula Sen Gupta):

Die Fahrt führte Karin Rosenbaum zum Steinlager der Firma Gerstäcker, von wo sie schon seit 14 Jahren ihre Steine bezieht. Mit den Zeichnungen der Vergrößerung machte sie sich daran, die geeigneten Steine auszusuchen:

Herr Becker, ein alter Bekannter von ihr, brachte Containerweise die größeren Stücke von brasilianischem Seifenstein herbei.

und transportierte die ausgesuchten Stücke in einem aufregenden Verfahren in die für den Transport bestimmte Holzkiste

Am 28. September begann die Arbeit an dem Projekt im Atelier in Nordwohlde:

Mit dem Kopf , dem wichtigsten Stück, begann die Bildhauerarbeit.

Nach ein paar Wochen war dann schon ein Gesicht erkennbar:

Und nach ein paar Tagen wurde es dem Tonmodell immer ähnlicher:

Schließlich war es geschafft. Der Kopf ist vorerst fertig.

Der nächstgrößte und -schwerste Stein konnte bearbeitet werden. Der Unterkörper der Christusfigur. Nachdem der Stein von allen Seiten begutachtet und vermessen war, wurde er zurechtgesägt...

...und bearbeitet. Ohne Feinarbeit wurde er zu dem Kopf auf die Spanplatte gelegt...

... und die Arbeit am dritten Stück, dem Brustkorb, konnte beginnen.

Im Januar ging die Arbeit an der Skulptur weiter. Spannend war, ob es gelingen würde, die beiden Füße aus einem Stein herauszukriegen und ob sie dann auch insgesamt groß genug wären.

Dann wurden sie bearbeitet ...

...und zu der Figur auf die Holzplatte gelegt. (Noch sind sie zu groß!)

Dann wurde der nächste Stein in der Mitte längs durchgesägt, um daraus die Arme zu arbeiten.

Und nach weiteren Tagen war es dann erstmal soweit. Alle 7 Teile sind in Stein gehauen. Nun kommt als nächstes die Feinarbeit, das Aufeinanderabstimmen aller Teile, bis alles richtig sitzt und zusammenpasst. Im Februar/März geht es weiter.

Ende Februar beschloss Karin Rosenbaum, den Brustkorb nochmal neu zu machen, da sie ja nun einen Stein übrig hatte. Der erste Brustkorb war etwas zu schmal geraten und war ein zu weicher Stein. Dann gab sie den Kreis in Auftrag. Andreas Koch-Warnken fertigte ihn aus Sperrholz. Die Bildhauerin beklebte ihn mit Glasmosaik und Permuttmosaik:

Am 26. und 27. März 2014 : Die Skulptur wurde in ihren Einzelteilen in die Kirche transportiert und dort wieder zusammengelegt. Ein Foto wurde von ihr gemacht, das dann an die Ostwand projiziert wurde. Die Umrisse mit Bleistift an die Wand gezeichnet. Andreas Koch-Warnken hatte inzwischen einen Halbrundbogen gefertigt, der den Erdkreis symbolisch darstellen soll, auf dem die Skulptur "steht".

Steinmetzmeister Dietmar Franz und seine Tochter brachten mit Karin Rosenbaum die Skulptur Stück für Stück an der Wand an. Zwischendurch auch der goldene Mosaikkreis.

Herzliche Einladung zur Einweihung der Skulptur am Ostersonntag um 10:00 im Festgottesdienst mit einer weiteren Besonderheit: Es wird eine Uraufführung der Vertonung von Brigitte Plath geben zu dem Bibelvers Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich gebe euch neue Kraft. Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig, und von Herzen demütig. So werdet ihr Ruhe finden in mir. Ruhet in mir; denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht. (Matthäus 11, 28-30)


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letzte Änderung: 01.11.2013